Montag 4. Juni – Aktionstag Flucht & Migration

Vormittags: Dezentrale Aktionen im gesamten Stadtgebiet...

Ab 8 Uhr: Belagerung der Ausländerbehörde Rostock, Werftstr. 6 (S-Bahnstation Holbeinplatz):
Ausländerbehörden sind Orte, wo Flüchtlinge und MigrantInnen tagtäglich schikaniert und verfolgt werden. Hier entscheidet sich, welchen Status Menschen ohne EU-Pass erhalten, ob sie arbeiten, studieren oder überhaupt in Deutschland bzw. der EU bleiben dürfen. Zumindest für einige Stunden möchten wir dem rassistischen (auf Ein- und Ausschluss abzielenden) Treiben eine deutliche Abfuhr erteilen.

10.00 bis 11.30 Uhr: „3 Tage im August ... (und viele Jahre mehr)“. Kundgebung vor dem Sonnenblumenhaus - S-Bahnstation Rostock-Lichtenhagen:
1992, Rostock-Lichtenhagen: Neonazis greifen unter dem Beifall Tausender die Zentrale Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge sowie ein Wohnheim vietnamesischer ArbeiterInnen mit Steinen und Molotowcocktails an. Das Pogrom dauert mehrere Tage. Die Polizei gewährt den BewohnerInnen keinen Schutz. Kurz danach gibt die SPD ihren Widerstand gegen die Änderung des Artikel 16 des Grundgesetzes auf („Politisch verfolgte genießen Asylrecht“). Wir wollen mit der Kundgebung an die Ereignisse von 1992 erinnern und aufzeigen, wie drastisch sich die Bedingungen für Flüchtlinge in Deutschland als Konsequenz des Pogroms verschlechtert haben.

10 Uhr Protestaktion vor einem Lidl-Supermarkt –unter Beteiligung eines Aktivisten der andalusischen LandarbeiterInnengewerkschaft SOC: Lidl ist nicht nur für seine miesen Arbeitsbedinungen bekannt geworden. Lidl zeichnet sich auch (zusammen mit anderen Supermarktketten) durch ruinöse Preisdiktate aus. Auf diese Weise werden insbesondere die Preise für landwirtschaftliche Produkte in den Keller getrieben. Häufig sind es vor allem (papierlose) MigrantInnen, die sich gezwungen sehen, die miesen Lohn- und Arbeitsbedinungen in der Landwirtschaft zu akzeptieren – etwa als TagelöhnerInnen im Plastikmeer von Almeria oder als SpargelstecherInnen in Mecklenburg-Vorpommern.

10 bis 18 Uhr: Informationsstände, Ausstellungen, Filme und Installationen zu Lagern und Grenzen, zu Arbeitsbedinungen migrantischer (Land-)ArbeiterInnen, zu Herkunftsländern von Flüchtlingen und MigrantInnen und vieles mehr. Ort: Universitätsplatz (Kröpeliner Straße)

Nachmittgags: Demonstration für globale Bewegungsfreiheit und gleiche
Rechte...

13 bis 14 Uhr: Auftaktkundgebung und Beginn der Demonstration am Flüchtlingslager Satowerstraße (Tramstation „Neuer Friedhof“, Tramlinien 3 und 6)
17 bis 20 Uhr Uhr Abschlusskundgebung mit kulturellen Beiträgen im Rostocker Stadthafen (Innenstadt): Es spielen:

- „les refugies“, afrikanischer Hiphop aus dem Ein- aus Ausreiselager Blankenburg,
- die kurdische Hiphop-Rapperin „Dezz Deniz“,
- „microphone mafia“, türkisch-italienisch-deutscher Rap aus Köln,
- „Onejiru“ und Band, Dub/Elektro-Funk/R'n'B aus Kenia/Wanne-Eikel

Abends: Diskussionsveranstaltung...

20.00 Uhr Grosse Diskussionsveranstaltung (Talk): „Globale Bewegungsfreiheit gegen globale Apartheid“ mit Gästen aus 4 Kontinenten:

- Solange Kone, CADTM (Bündnis gegen Verschuldung), Elfenbeinküste
- Maxim Butkevich, Noborder Kiew, Ukraine
- Valery Alzaga, global SEIU (Dienstleistungsgewerkschaft), USA/Mexico
- Lawrence Liang, Alternative Law Forum, aus Bangalore, Indien
- Sunny Omwenyeke, The Voice Africa Forum, Nigeria/Deutschland

Ort: Veranstaltungszentrum "Am Strande" ("Art Goes Heiligendamm") Am Strande 6 (Rostocker Stadthafen), 18055 Rostock

Mittwoch, 6. Juni: Mittelpodium auf dem Alternativgipfel:

"We are here, because you are there ..." Über strukturelle Hintergründe von Flucht und Migration

Das Podium beginnt um 17.00 Uhr als Hearing und wird anschließend als Workshop von 20 bis 22 Uhr fortgesetzt – es findet statt in der „Bühne 602, Warnowufer 55, Rostock“ (den Ort am Tag selbst bitte nochmal klären!). Mit:

- Victor Nzuzi, Via Campesina, aus dem Kongo zu Ressourcenkriegen;
- Solange Koné, CADTM (Bündnis gegen Verschuldung), aus der Elfenbeinküste zur "Schuldenfalle";
- Amadou Mbow, AMDH (Menschenrechtsorganisation), aus Mauretanien zur Situation in der Fischerei an der westafrikanischen Küste;
- Gyeke Tanoh, Africa Trade Network, aus Ghana zu den (aktuell verhandelten) EPA-Abkommen;
- Maxim Butkevich, Noborder Kiew, aus der Ukraine zu Migrationshintergründen und dem Grenzregime in der Ukraine;
- Ngongang Celestin von der Flüchtlingsinitiative Brandenburg zu den Lebensbedingungen afrikanischer Flüchtlinge in Europa;
- Karl Kopp, Europareferent von Pro Asyl und im Vorstand des Europäischen Flüchtlingsrates (ECRE), zur Verzahnung der EU-Asyl- und Migrationspolitik mit wirtschafts- sowie entwicklungspolitischen Konditionen.