Einladung zur Teilnahme an der Verlegung des Dschungelheims Tramm in die Stadt Parchim

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Wir, die Flüchtlinge des Landkreises Parchim, rufen
allen AktivistInnen, Medien, Organisationen,
PolitikerInnen und UnterstützerInnen auf, unseren
Umzug nach Parchim zu begleiten. Wir kommen aus dem
Dschungel, wo wir viele Jahre lang mit wilden Tieren
gelebt haben – getrennt von Menschen, ausgeschlossen
von der Gesellschaft, diskriminiert von den Behörden.
Durch Selbstorganisierung und Widerstand haben wir es
endlich geschafft, unsere schreckliche Situation zu
verändern.

Das ist allerdings nur der Beginn unseres Widerstands.
Denn viele unserer Probleme bleiben weiterhin
bestehen, auch wenn sich die Behörden immer wieder
weigern, sich mit ihnen auseinanderzusetzen.

Konkret geht es uns in unserem neuen Heim um folgende
Punkte:

- Kampf gegen die Diskriminierung von schwarzen
Flüchtlingen, was die Verteilung von Räumen, Arbeiten,
etc. betrifft.
- Wir brauchen ein Büro – ausgerüstet mit Computern,
Internet-Zugang und Telefon, um Kontakt mit unserer
Gastgesellschaft und unsere Aus- bzw. Weiterbildung zu
erleichtern.
- Da es keine Moschee im Landkreis Parchim gibt,
brauchen die Moslems einen Raum von etwa 15
Quadratmetern für ihren Gottesdienst.
- Die Flüchtlinge verurteilen die repressiven
Handlungen von Behörden-MitarbeiterInnen und
SozialarbeiterInnen wie z.B. Herrn Senst, dem
bisherigen Heimleiter von Tramm, der auch Leiter des
neuen Heims in Parchim werden soll.
- Wir fordern die wirklich vollständige Abschaffung
von Gutscheinen, die immer wieder Probleme zwischen
Flüchtlingen und Supermarkt-Angestellten produzieren.

Darüber hinaus sind wir auch weiterhin mit
grundsätzlichen Problemen konfrontiert:

- Wir kämpfen gegen die rassistische und intolerante
Abschiebemaschine: Die FlüchtlingsaktivistInnen, die
ihre Probleme an die Öffentlichkeit gebracht haben,
werden von den Behörden als große Feinde angesehen und
sind ständiger Kriminalisierung ausgesetzt. Sie sind
von Abschiebung bedroht und von sozialem Ausschluss.
- Wir kämpfen auch gegen das extremistische und
intolerante Residenzpflichtgesetz, welches Flüchtlinge
ständig bestraft.
- Wir, die Flüchtlinge, wollen Integration. Wir wollen
die deutsche Sprache lernen, auch wollen wir ein
Forum, wo wir in einen Austausch treten können mit
unsere Kultur und der Kultur unseres Gastlandes. Genau
das machen die Behörden jedoch weitestgehend
unmöglich.
- Legalisierung: Für die Behörden ist jeder Flüchtling
ein Terrorist, egal aus welchem Land sie bzw. er kommt
und egal wie bedroht sein bzw. ihr Leben im jeweiligen
Herkunftsland ist. Fast alle Asylanträge werden
abgelehnt – und 95% aller Flüchtlinge sind inzwischen
von Abschiebung bedroht und deshalb panisch.

Wir sind eine sehr lange Zeit im Lager und im
Dschungel isoliert gewesen. Jetzt können wir erstmalig
sagen, dass wir in Deutschland sind, auch wenn die
Behörden gegen uns sind. Wir haben einen hohen Preis
für das jetzt fertig gestellte zentrale Asylheim in
Parchim gezahlt, vor allem die Flüchlinge, die in den
letzten Jahren politisch gekämpft haben.

Kommt und hört mehr: Mittwoch, den 15. Dezember ab
8.00 Uhr in Tramm oder ab 11 Uhr in Parchim
(Ludwigsluster Chaussee – altes E-Werk)!